Der Kunstverein Mittelrhein wird zum Festival der Projektionen und Medien in Boppard mit einer Himmelsprojektion über Kloster Marienberg, gemeinsam mit dem Licht- und Installationskünstler Ingo Bracke, ein Lichtzeichen setzen. Licht macht Dinge sichtbar. Licht ist der Werkstoff von Ingo Bracke. Er zeichnet mit Licht und formt daraus Skulpturen. Dafür sucht Bracke Orte in der Natur und in der Stadt, denen er ein Lichtnetz überwirft. Dabei nutzt er ausschließlich die Nichtfarbe Weiß: „Mir geht es nicht um eine stimmungsvolle Illumination der Umwelt, sondern darum etwas sichtbar zu machen. Es geht nicht um das Verklären, was nicht anderes heißt, als farbenfrohen Kitsch zu produzieren. Ich hebe mit dem weißen Licht besondere Orte, ihren aktuellen Zustand und ihre Geschichte hervor. Ich beschäftige mich, wenn so will, auf meine Art mit Aufklärung.“
Das Vertraute erscheint neu, das bislang Unbekannte, gemeinhin Übersehene rückt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Ingo Bracke interessieren besondere Orte, die ihn als Lichtkünstler herausfordern, um hieraus eine neue Skulptur im öffentlichen Raum zu schaffen.
Ausstellung “Seitenwechsel” vom 26.09. bis zum 04.10.2009 (aus Kultur-Info, Koblenz)
Der Kunstverein Mittelrhein KM570 aus Boppard zeigt zwei Ausstellungen im Ravelin der Festung Ehrenbreitstein: “Zeitenwechsel” und “Seitenwechsel”
Zeitenwechsel wird am 4. September um 19 Uhr eröffnet.
Sie ist vom 5. bis zum 13. Sept. zu sehen und in der Langen Nacht der Museen sogar bis 1 Uhr morgens geöffnet.
Rita Daubländer verwendet durch Wind, Wetter und Benutzung im Laufe der Zeit veränderte Dielen, die zugleich Malunterlage und Objekt sind. Sie gehen eine direkte Verbindung zu den zum Teil abblätternden Wänden des Ravelin ein. In der Arbeit von Angelina Konrad kann der Besucher den Zeitenwechsel ganz real nachempfinden: Auf 21 Weinfilterschichten, die am Boden liegen und betreten werden dürfen, sind Momente der Festungsgeschichte in Form von Hüpfkästchen aufgezeichnet.
Nicole Peters zeigt die interaktive Installation “Imagine Peace II”. Der Betrachter sieht von Feldbetten aus die Videoprojektion des Rheins und in diesem fließende Antworten auf die Frage “Wenn Du Dir den Frieden vorstellst - welches Bild siehst Du dann?”. Sie haben auch eine Antwort auf die Frage? Dann bitte mailen Sie sie an
Usch Quednau fügt in Ihrer Installation Kartons, verrostete Stahlhelme und Briefe aus Kriegen von Soldaten zusammen. Diese Arbeit konfrontiert uns damit, wenn auch Zeiten und Kriegsschauplätze wechseln, das Schicksal der Soldaten doch gleich bleibt. Die transparente Fotoinstallation von Eva Vettel reflektiert unsere Wahrnehmung von Zeit. Motive aus der Natur zeigen den ständigen Kreislauf und Wandel, denen der Mensch heute - wie in der Vergangenheit - unterworfen ist. Vera Zahnhausen nimmt Bezug auf die wechselnden Funktionen der Festung Ehrenbreitstein im Wandel der Zeit: Militärgebäude, Verteidigungsanlage, Residenz, Lager für Archive, Wohnraum für Flüchtlinge, touristischer Anziehungspunkt.
Nach sechs Jahren und 30 Ausstellungen hieß es Abschied nehmen Die Bagger kommen - gut für die Villa Belgrano, nicht so gut für den Kunstverein Mittelrhein (KM 570), denn er verliert seine Bleibe.
BOPPARD. Als die Nachricht zur Umnutzung der altherrschaftlichen Villa Belgrano an der Bopparder Rheinpromenade zu einer Fort- und Weiterbildungsstätte Gewissheit war, setzte der Kunstverein zu einer wahren Meisterleistung an. Innerhalb von zwei Wochen stellte der Verein um seinen Vorsitzenden Uli Hoffelder die letzte Ausstellung mit Arbeiten seiner "Neuen Mitglieder" auf die Beine. Seit sechs Jahren haben 30 Kunstausstellungen in der Villa einen außergewöhnlichen Rahmen gefunden. Durch den Umbau werden die außergewöhnlichen Räumlichkeiten für Kunstausstellungen möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stehen.
Ich hatte Ihnen im letzten Jahr - und in den 4 Jahren davor auch schon- versprochen, daß wir diese Ausstellungstradition gerne fortsetzen möchten, und hoffentlich noch viele Jahre eine Ausstellung mit „Neuen Mitgliedern“ zeigen können. Dazu muß bekanntlich ein ständiger Zuwachs an “Künstlern gewährleistet sein und zum andern brauchen wir die Organisationshilfe der restlichen Mitglieder und nicht zuletzt die passenden Räumlichkeiten, wie sie uns derzeit noch das Stiftungsklinikum hier in der Villa Belgrano zu Verfügung stellt. Allen hierfür wie auch im letzten Jahr wieder meinen herzlichen Dank.
In den vergangenen Jahren habe ich dann immer wieder die Hoffnung, dass es noch lange so bleiben möge, herbeigesehnt. Nun ist scheinbar erst mal Schluß damit, denn ein warmer Geldregen ergießt sich über die Villa und soll ihren Fortbestand sichern, was aber gleichzeitig für den Kunstverein der Verlust seiner Bleibe bedeuten wird. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber ob es noch solche Veranstaltungen hier geben wird, möchte ich bezweifeln. Wir sind also wieder auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe. Soviel zu der aktuellen Raumsituation des Kunstvereins. Das Ausstellungsjahr 2009 jedoch wird Ihnen dennoch ein interessantes Programm bieten, denn wir werden zusätzlich zu dieser Ausstellung im September 2x auf der Festung Ehrenbreitstein uns mit eigenen Künstlern in zwei jurierten Ausstellungen dem Koblenzer Festungspublikum präsentieren und zur „Rheinpartie“ Anfang Oktober werden wir mit verschiedenen Lichtkünstlern Orte in Boppard ins rechte Licht setzen. Soviel zur Ausstellungsplanung für 2009